Ein Ausflug in die Sächsische Schweiz und zur Basteibrücke stand schon länger auf meiner langen Liste mit Orten, die ich mal besuchen möchte. Mir geht es so, dass ich viel im Ausland gesehen habe, jedoch immer wieder das Gefühl habe, das eigene Land gar nicht so richtig zu kennen. Das sollte sich mit einer kleinen Deutschland-Tour nach Dresden und Umland, München, das Berchtesgardener Land und Nürnberg auf dem Rückweg ändern. In 5 Tagen fuhren wir über 2000km und liefen so viel, dass mir die Füße auch danach noch etwas weh taten. 

Mitte September, kurz bevor es für ein langes Wochenende nach Paris ging, bereisten Felix und ich noch ein wenig das eigene Land. Am Mittwoch morgen starteten wir und fuhren von Hamburg nach Dresden, checkten in unser gebuchtes Hotel ein und fuhren direkt mit der S-Bahn nach Rathen. Mit der S-Bahn fährt man etwa 30-40 Minuten und ist schneller dort als mit dem Auto. In Rathen am Bahnhof angekommen, gingen wir hinunter zur Gierseilfähre auf die andere Seite der Elbe und schon dort hatte man das Gefühl sich direkt in der Natur zu befinden. Die Überfahrt kostet für die einfach Fahrt 1€ und Hin- und Zurück 1,80€. Nach dieser kurzen Überfahrt waren wir bereit für eine kleine Wanderung durch das Elbsandsteingebirge bis zur Bastei.

Endlich Natur, endlich einmal durchatmen und dem Stadtalltag entfliehen, das war alles was ich wollte. Als wir dann die steilen Wanderwege mit den vielen Treppen emporstiegen, war der Ausblick von oben jede Mühe wert. Während es in Hamburg stürmte und die Wetterberichte von Sturmwarnungen und Dauerregen geprägt waren, hatten wir dementsprechend gutes Wetter. Kaum kamen wir in Dresden an, hörte der Regen, der uns die ganze Autofahrt verfolgte plötzlich auf. Es war schon etwas windig und zwischendurch nieselte es mal kurz, aber das steckt man als Hamburger gerne einfach weg. Teilweise ließ sich sogar die Sonne blicken.

Wir entschieden uns für den blauen Wanderweg und bogen hinter dem Hotel Amselgrundschlösschen ab, um einem Schild mit der Info „Bastei 30 Minuten“ zu folgen. Dann ging es erst einmal ziemlich viele Stufen herauf und durch den Wald. Schon nach kurzer Zeit erreichten wir einen ersten schönen Aussichtspunkt auf die Elbe, wobei ich noch etwas mehr begeistert war von den vielen großen, teilweise nebelverhangenen Bäumen und Felsen. Wenig später erreichten wir die Felsenburg Neurathen, gaben gerne die 1,50€ für den Eintritt aus und konnten von dort aus die wohl besten Aussichten genießen. Es lohnt sich tatsächlich.

Natürlich überquerten wir danach die Bastei, weshalb so viele Menschen dort hoch wandern. Der Blick auf die Bastei ist aber weitaus schöner als sich dort zu befinden und so machten wir nach dem Überqueren einen Abstecher nach rechts zur Aussicht Ferdinandstein. Von hier aus hat man wohl die beste Sicht auf die Bastei und kann hier das perfekte, typische Basteifoto schießen. Wir warteten etwas und schon befanden sich nur noch etwa 3 Personen auf der Brücke. Glücklicherweise waren wir unter der Woche dort und es war sehr leer. Ein Besuch unter der Woche ist wohl wirklich zu empfehlen.

Gegen 20 Uhr befanden wir uns wieder auf dem Rückweg in der S-Bahn. Gleich danach gingen wir etwas essen und schlenderten dann noch kurz über die Augustusbrücke, die jedoch gerade komplett saniert wird rüber zur Semperoper und durch den Zwinger. Dann ging es ins Bett, damit wir am nächsten Tag fit für die Fahrt nach München sein konnten.