…denn es ist Herbst.

Ich sitze einfach nur dort und starre aus dem Fenster. Ich beobachte die Blätter, die vom seichten Winde nach links und rechts schwingen, bis sie schlussendlich sanft auf dem Gehweg landen. Menschen beachten sie nicht und treten auf sie ein. Leise trommelt der Regen gegen die Scheibe und der Wind wimmert dazu im Takt. Zusammen komponieren sie eine Sinfonie, die erst in meinem Kopf einen Sinn ergibt. Sie hoffen auf einen Plattenvertrag, wurden von Bohlen abgelehnt und fragen nun bei Raab an. Die Chancen stehen jedoch recht schlecht, da solche Herbstmusik nie von langer Dauer ist. Ich genieße sie trotzdem und summe leise ihre Lieder mit. Die Sonne verabschiedet sich und die letzten Strahlen schleichen sich durch meine Jalousie und hinterlassen helle Lichtstreifen auf meinem Körper. Ich spüre die Wärme, die sie mit sich bringen, doch schon im nächsten Moment verschwinden sie wieder und ich sehe die Sonne hinter den Häusern untergehen. Um der Kälte entgegenzuwirken nehme ich einen kräftigen Schluck aus meinem Becher und wärme mich von Innen mit einer Überdosis Tee auf. Es ist gleich halb 9, der Farbkreis ist fertig gemalt, das Wochenende vorbei. Morgen ist schon wieder Montag, doch das macht mir nichts mehr aus. Ich genieße jeden Tag, denn es ist Herbst.