Letzte Woche hatte ich eine schöne lange Woche Urlaub und verbrachte das Wochenende vom 6. Januar bis zum 10. Januar mit meiner Mutter in Portugal.

Das Flugzeug sollte am Freitag um 20.50 Uhr in Hamburg abheben und um 23:15 Uhr in Lissabon ankommen. Ha! Das sollte nicht passieren. Kaum waren wir durch die Sicherheitskontrollen und haben uns unsere Trinkflaschen neu aufgefüllt (das ist ein super Trick, den ich schon viel früher hätte kennen sollen. Packt euch eine trockene Flasche ins Handgepäck und füllt sie hinter dem Sicherheitsbereich auf. Inzwischen gibt es in Hamburg auch Trinkwasserspender.), kam auch schon die Durchsage, dass der Ryanair Flieger aus Lissabon mit einer Verspätung von etwa 3 Stunden eintreffen würde. Großes Aufstöhnen, gejammer und genervte Menschen… Immerhin gab es eine Entschädigung. Ha! Naja, entschädigt wird man für 3 Stunden mehr Wartezeit seines Lebens von Ryanair mit einem 5€! Gutschein, den man für etwas zu essen und zu trinken am Flughafen einlösen konnte. Das reicht entweder für eine 0,5l Flasche Wasser und ein Crossaint oder für einen Saft und ein Bounty. Ich entschied mich für die zweite Variante und war nur glücklich, dass ich meine Flasche immer wieder auffüllen konnte. Ansonsten wären 0,5l Wasser auch nicht viel für diese lange Wartezeit. Unser Flieger sollte dann nicht mehr nur noch 3 Stunden, sondern 3,5 Stunden Verspätung haben und traf auch irgendwann gegen 23.30 Uhr in Hamburg ein. Dann ging alles recht schnell und doch ließ man alle auf der Flugzeugtreppe in der eisigen Kälte warten, weil das Flugzeug scheinbar noch „gereinigt“ wurde. Das Flugzeug hob um 23.59 Uhr ab. Eine Minute später uns wir hätten in Hamburg bleiben müssen! Kaum in der Luft wurde die Zeit aber wieder recht schnell eingeholt, sodass man natürlich keinen Anspruch mehr auf eine Entschädigung über Flightright bekommt. Eigentlich sollte man nach so einer Erfahrung wohl keine große Lust mehr haben, mit einer Billigfluggesellschaft zu fliegen und doch werden wir es sicher wieder tun…

Wir kamen gegen 3 Uhr Ortszeit im Hotel an und schliefen erst einmal. Wenigstens die Betten waren bequem und das Hotelzimmer war schön. Aufgrund der kurzen Nacht, brauchten wir am Samstag Morgen mehr Zeit als wir eigentlich eingeplant hatten. Wir machten uns fertig, schnappten uns die Kameras und gingen in das Frühstücksrestaurant, das wir uns schon vorher herausgesucht hatten. Wenn ihr in Lissabon seid und Lust auf ein super leckeres Frühstück habt, besucht doch das „Brunch Cafe“. Ich schwärme immer noch von dem leckeren Nussbrot. Das Ei war ebenfalls fantastisch und der Milchschaum auf meinem Cappuchino reichte bis zum Mond. Nom!

Nach diesem wirklich leckeren Frühstück gingen wir gestärkt los und erkundeten die Stadt. Das super Wetter trieb uns irgendwie als erstes in Richtung Wasser. Dort gingen wir eine Weile an der Promenade entlang und fanden uns später in kleineren Straßen wieder. Wir schlendeten durch die Straßen des Viertels Baixa, blieben hier und da mal stehen und machten eine Menge Fotos. Spontan wollten wir mit dem Elevador de Santa Justa nach oben fahren und den Ausblick über die Stadt genießen.Mit dem Elevador gelangt man von der Unterstadt Baixa zum höher gelegenen Viertel Chiado. Beim Anblick der Schlange überlegten wir es uns anders und gingen zu Fuß weiter. Der Ansturm lag sicher daran, dass es Samstag war. Ansonsten hatten wir uns einen guten Monat ausgesucht, da gerade an den Touristenorten alles noch recht übersichtlich war. Ich will gar nicht wissen wie überlaufen Orte wie zum Beispiel Sintra (mehr dazu gibt es in einem späteren Artikel) im Sommer sind. Wir fanden uns wenig später auf dem riesigen Platz Rossio wieder und erkundeten von dort aus kleinere Gassen.

Wir entdeckten einen weiteren Aufzug direkt neben einem Supermarkt mit dem Namen Pingo Doce und fuhren damit bis ganz nach oben. Wenn man oben aussteigt und nach links geht, gelangt man zu einem wunderbaren Aussichtspunkt direkt neben dem Restaurant „Zambeze“. Man kann direkt zur Terrasse durchgehen, die durch Glasscheiben von dem Außenbereich des Restaurants abgetrennt ist. Wir hielten uns eine Weile dort auf und machten Fotos. Da wir aber sowieso Lust auf etwas Kühles hatten, setzten wir uns noch in den Bereich des Restaurants, tranken eine Limonade und genossen die Aussicht bei wunderbarem Wetter. Es war Anfang Januar und wir saßen dort ohne Jacke, ohne Schal und erst recht ohne Mütze. Es war wirklich warm und die Sonne ließ mein Gesicht sogar etwas erröten.

Wir entschieden uns dafür noch am Samstag bis nach Belem zu fahren und uns dort die Sehenswürdigkeit Torre de Belém anzusehen. Also stiegen wir am Praça do Comercio in die Tram Nr 15E ein und fuhren bis zur Station Belém. Mit einer 7 Colinas Card kann man stressfrei mit Straßenbahnen, Bussen oder der Metro fahren, wenn man die Karte, die man für 0,50€ erwerben kann mit einem Tagesticket auflädt. Das Tagesticket kostet 6,15€ und ist dann 24 Stunden gültig. Wenn man die Karte also Nachmittags kauft, kann man am nächsten Tag auch noch damit fahren. Beim Einsteigen muss man die Karte gegen ein Lesegerät halten, ähnlich wie in vielen anderen Großstädten, z.B. wie bei der Londoner U-Bahn.

Von der Haltestelle in Belém muss man noch ein ganzes Stück zu Fuß gehen, um zum Torre de Belém zu gelangen. Das war uns natürlich vorher nicht ganz bewusst und so mussten wir unsere Pläne für den Abend wieder etwas über den Haufen werfen. Wir gingen also zu Fuß und kamen an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. So sahen wir das Kloster Jerónimos Monastery Mosteiro dos Jerónimos und gingen durch den Park Jardim de Belém. Von dort aus konnte man schon das Denkmahl „Padrão dos Descobrimentos“ (Denkmal der Entdeckungen) sehen. Es wurde zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer erbaut und lockt scheinbar sehr viele Touristen an. Ich war noch mehr fasziniert von der roten Brücke im Hintergrund, die sehr an die Golden Gate Bridge erinnert. Als wir beim Torre de Belém ankamen, stand die Sonne schon sehr tief und es wurde allmählich immer leerer dort. Wir haben uns das Wahrzeichen nur von Außen angeschaut. Der Eintritt hätte 6€ gekostet und wir wollten eigentlich zum Sonnenuntergang noch hoch oben auf dem Castelo de São Jorge sein. Das wollten wir dann am Sonntag nachholen, schafften es aber erst am Dienstag Abend.

Als wir mit der Straßenbahn wieder am Praça do Comercio ankamen, gingen wir kurz in unser Hotel zurück, das ziemlich zentral im Viertel Baixa lag. Nach einer kurzen Pause gingen wir wieder los und suchten eine lange Zeit (vergeblich) nach etwas zu essen. Das Restaurant, das wir eigentlich besuchen wollten war ziemlich voll, also gingen wir weiter und weiter. Wir waren später fast auf dem Castelo de São Jorge, gingen dann in eine ganz andere Richtung und landeten schließlich in einem kleinen Restaurant mit dem Namen „Madeira Pura“. Wir wurden sehr nett bedient und nahmen einfach mal die Empfehlung des Hauses. Gegessen haben wir sehr gutes, selbstgemachtes Brot, gefüllt mit Gemüse und Fisch bzw. Fleisch. Dazu haben wir das Nationalgetränk Madeiras getrunken. Poncha besteht aus Zitrone, Honig und Zuckerrohrschnaps und ist wirklich lecker. Ich muss das mal zuhause nachmachen. Abends fielen wir nur noch müde ins Bett und überlegten was wir am nächsten Tag anschauen könnten. Wir entscheiden uns für eine Tour mit dem Mietwagen. Dazu gibt es im nächsten Post mehr.