Am Sonntag buchten wir einen Mietwagen und erkundeten die schöne Umgebung Lissabons. Besonders freute ich mich auf den Strand Praia da Ursa direkt neben dem westlichsten Punkt Europas.

An unserem zweiten Tag in Lissabon, es war ein Sonntag, wollten wir ursprünglich nach Sintra. Wir sind immer recht verplant und irgendwie läuft vieles dann doch anders als wir es eigentlich mal kalkuliert haben. Uns fiel ein, dass es Sonntags in Sintra wahrscheinlich noch sehr viel voller sein würde und hoben uns diesen Tagesausflug für Montag auf. Fest stand jedoch, dass wir neben Sintra auch an die Küste fahren und das Umland erkunden wollten. Also buchten wir am Samstag Abend noch einen Mietwagen für den Sonntag. Abzuholen war der Mietwagen am Flughafen. Der Tag fing irgendwie schon recht blöd an. Wir haben leicht verschlafen, sind beide mit Kopfschmerzen aufgewacht und kamen dann erst etwas später los als geplant. Wir stiegen in den Bus und mussten an der Haltestelle Estação do Oriente umsteigen. Leider kam der Bus nicht und wir mussten 20 Minuten auf den nächsten warten. Vielleicht wäre es mit der Metro dann doch schneller gewesen. Als wir dann endlich am Flughafen ankamen und unseren, über check24.de, gebuchten Mietwagen abholen wollten, gab es die nächsten Schwierigkeiten. Wir hatten den Mietwagen nicht bei Hertz oder Sixt gebucht, sondern bei Guerin. Eigentlich sollte eine Versicherung inbegriffen sein, doch am Schalter wurde uns erzählt, dass es nicht der Fall sein würde und man daher die Mietwagen immer direkt beim Anbieter buchen sollte. Dann nahm das Gerät auch noch die Kreditkarte nicht und die Dame wurde immer unfreundlicher. Wir konnten den gebuchten Wagen also nicht mitnehmen. Genervt gingen wir einen Schalter weiter und mieteten einen anderen Wagen, für sehr viel mehr Geld bei Hertz. Online gebucht zahlt man für einen Mietwagen in Lissabon etwa 15 € pro Tag. Direkt am Schalter haben wir nun etwa das sechsfache auf den Tisch legen müssen. Dafür problemlos und ohne große Diskussionen! Mit Hertz hatten wir noch nie Schwierigkeiten und inzwischen würde ich auch nie wieder bei einem anderen Anbieter buchen.

Nachdem diese Hürde geschafft war, lief alles recht schnell und einfach ab. Trotzdem waren wir ziemlich genervt und wollten nur noch los. Wir mussten nun leider noch einmal quer durch die Stadt, um zu dem Küstenort Cascais zu gelangen. Wir verfuhren uns dank meiner unglaublich schlechten Navigationsansagen ein paar Mal. Als wir dann aber auf der N6 waren, ging es immer geradeaus weiter über die N247 bis in den Ort.

In Cascais angekommen, begann die Parkplatzsuche. Es war echt viel los auf den Straßen und gerade in einer fremden Stadt ist es dann noch mal viel komplizierter die Wege richtig einzuschätzen. Wir parkten an einer Küstenstraße, wo sehr viele Touristen unterwegs waren, stiegen aus und gingen an der Strandpromenade entlang. Wir kamen vorbei an dem Sightseeing-Spot Boca do Inferno, machten ein paar Fotos und gingen durch den Park „Parque Marechal Carmona – Parque do Gandarinha“.

Wenig später kam man in der wirklich schönen Altstadt von Cascais an, wo wir durch die kleinen Gassen bummelten und uns etwas zu essen suchten. Wirklich nervig finde ich es nur, dass man von allen Seiten angesprochen wird und halb in irgendwelche Restaurants gezerrt wird. Diese Aufdringlichkeit bewirkt bei mir eher genau das Gegenteil. Wir fanden einen Italiener direkt am Stadtstrand Praia da Rainha. Das Essen war nicht besonders aufregend, aber es hat geschmeckt und es kam richtiges Urlaubsfeeling auf. Es spielte ein Mann mit seiner Gitarre und sang Lieder auf allen möglichen Sprachen. Klar, damit er Geld von den sämtlichen Touristen dort bekommt. Es war dennoch recht unterhaltsam und die Aussicht war echt super.

Kurz nachdem wir aufgegessen hatten, schlenderten wir durch die ruhige Einkaufsstraße und kauften in einer kleinen Bäckerei  Pastéis de Nata, die leckeren Vanille-Blätterteigtörtchen, die wir später am Strand essen wollten.  Wir marschierten dann den ganzen Weg zum Mietwagen zurück. Wir haben sehr weit außerhalb geparkt und so richtig bewusst wurde es uns erst, als wir schon eine ganze Weile an der Promenade lang liefen. Wieder im Auto fuhren wir die Nationalstraße 247 entlang, kamen am beliebten Surferstrand Praia Grande do Guincho vorbei und kamen in immer höhere gelegene Gegenden. Wir beeilten uns, da die Sonne schon ziemlich tief stand. Wenig später waren wir in der engen Straße, die zum westlichsten Punkt Europas, zum beliebten Sightseeing Punkt Cabo da Roca führte. Eigentlich wollten wir gar nicht direkt zu diesem Punkt und es war auch ziemlich überfüllt. Eigentlich auch gar nicht wirklich besonders. Wir fuhren über den Parkplatz und drehten dort, weil wir erst keinen Platz zum parken an dem noch sehr viel kleineren Weg zum Strand Praia da Ursa fanden. Als wir gedreht hatten, stellten wir das Auto am Straßenrand ab und folgten dem Stein, auf dem „Ursa“ stand. Man geht schon eine kleine Weile, aber erst einmal angekommen, ist man echt überwältigt von diesem wunderschönen Strand. Entschuldigt die Bilderflut, aber dieser Strand ist wirklich unglaublich atemberaubend und neben Ruby Beach in Washington mein zweitliebster.

Vom Strand Praia da Ursa gingen wir wieder zum Auto zurück und beeilten uns, um am Strand Praia Grande do Guincho im Sonnenuntergang und der Dämmerung unsere Törtchen zu essen und den Abend ausklingen zu lassen. Es waren immer noch Surfer im Wasser, aber der Strand wurde langsam leerer. In der Ferne konnte man den Leuchtturm am westlichsten Punkt des Kontinents sehen. Das Licht flackerte immer wieder auf und auch die Häuser wurden nach und nach beleuchtet. Als es gegen 18 Uhr tatsächlich schon ziemlich dunkel war, es war schließlich erst Januar, machten wir uns langsam wieder auf den Weg in Richtung Lissabon, um den Mietwagen am Flughafen abzugeben. Mit der Metro fuhren wir wieder zurück zum Hotel, kämmten die vom Wind verwuschelten Haare und gingen etwas Essen. Wir haben uns vorher das Restaurant „Café do Rio“ herausgesucht und gingen diesmal direkt dort hin. Und es war eine sehr gute Entscheidung! Das Essen war unglaublich lecker! Serviert werden Burger, brotlose Burger , mit selbst gemachten Saucen und Beilagen nach Wahl. Ich nahm den „sheppard“-Burger mit portugiesischem Weichkäse und Rotweinsauce. Dazu gab es für mich Reis und Salat. Als Vorspeise hatten wir noch einen Nachoteller und es war einfach alles unglaublich gut! Selbst der Service, das Ambiente, echt alles! Geht dort unbedingt hin, gäbe es den Laden in Hamburg – oh, ich wäre Stammgast. An diesem Abend nahm ich meine Kamera nicht mit ins Restaurant, doch dieses Essen wäre tatsächlich ein Foto wert gewesen.

Wieder im Hotel angekommen, waren wir echt müde und planten den nächsten Tag in Sintra.