Paris, die Stadt der Liebe. Oder doch der Lichter? Da sind sich viele ja gar nicht so einig. Fakt ist aber, dass Paris wahrlich die Stadt der Mode ist. Überall sieht man top gestylte Pariser mit einem Feingespür für Stilsicherheit. Ich habe mich etwas in diese Stadt verliebt. In die tollen Gassen, die schönen Häuser, die kleinen Cafés und wunderschönen und für mich derzeit leider zu teuren Boutiquen. 

Im September wurde viel gereist. Nachdem wir zuerst eine Tour durch Deutschland gemacht haben, ging es nur eine Woche später für ein langes Wochenende nach Paris. Wir hatten etwa 2 Monate im voraus eine schöne Unterkunft über Airbnb gebucht und packten am Mittwoch Abend unsere Taschen, als ich rein zufällig sah, dass mir an diesem Mittwoch unser Gastgeber schrieb, dass er die Buchung leider stornieren muss. Wir waren total überrascht und erst einmal sehr verwirrt und leicht verzweifelt. Die Flüge waren bereits gebucht und wir freuten uns schon sehr auf die Reise. Also was konnten wir nun machen? Erst schrieben wir dem Gastgeber – natürlich keine Antwort. Da die Buchung nur per Nachricht storniert war und ich es anscheinend stornieren sollte (sicher damit keine hohen Gebühren auf ihn zukommen…) konnten wir unser Geld nicht direkt wieder bekommen und das ganze musste über Airbnb geregelt werden. Also schrieben wir in der letzten Minute noch weitere Gastgeber an und diese sagten uns glücklicherweise sehr schnell zu. Die Unterkunft war genau so zentral im 11. Arrondissement und kostete nur 15 Euro mehr. Es hat dann auch alles sehr gut geklappt und wir waren sehr glücklich mit der spontanen Unterkunft.

Unser Flug startete schon um 6.45 Uhr in Hamburg. Wir standen also sehr früh auf, waren dafür aber auch schon gegen 10 Uhr in Paris unterwegs. Vom Flughafen Paris Charles de Gaulle Airport brauchten wir mit dem Zug etwa 30 Minuten bis zum Bahnhof Gare du Nord. Dort angekommen suchten nach Schließfächern und wollte den großen Reiserucksack, den wir nun nicht mehr direkt zur Unterkunft bringen konnten, sondern bis 18.30 Uhr mit uns herumschleppen mussten, unterbringen. Kaum standen wir vor einem Citylocker und wollten das Gepäck loswerden, funktionierte das Anmelden über die App nicht. Die Formulare sind so dumm gemacht, dass wir mit unseren Angaben nicht eingeloggt werden konnten. Nach etwa 20 Minuten probieren gaben wir auf und schleppten den Rucksack weiter mit uns herum. Nach dieser nächsten Frustration suchten wir uns erst einmal ein kleines Café, um dort zu frühstücken.

Danach ging es weiter quer durch die Straßen von Paris und nach einiger Zeit standen wir direkt vor der bekannten Kathedrale Notre-Dame. Das Gebäude ist beeindruckend groß. Wir konnten mit dem riesigen Rucksack natürlich nicht das Innere der Kathedrale ansehen, da große Rucksäcke nicht gestattet waren. Der Eintritt wäre frei gewesen und das ist tatsächlich eine Seltenheit in Paris.

Wir gingen rechts an der Kathedrale entlang und machten eine kleine Pause in dem umliegenden Park. Es war schon so schön herbstlich, obwohl die Sonne schien und wir Mitte September noch kurzärmlig herum laufen konnten. Für den ersten Tag in einer fremden Stadt nehme ich mir meist nichts spezielles vor. Viel lieber erkunde ich die Stadt gerne selbst ohne Karten und den Drang unbedingt etwas erleben zu müssen. Und ganz nach diesem Motto ließen wir uns von der Stadt leiten und kamen wenig später durch wunderschöne kleine Gassen und sahen das Panthéon vor uns größer werden.

Kurz darauf befanden wir uns auch schon im Jardin du Luxembourg. Dort legten wir die nächste Pause ein und kümmerten uns erst einmal darum unsere Airbnb Angelegenheit zu klären. Das Problem erläutert wurde ein Fall erstellt und wir erhielten schon am nächsten Tag die volle Rückerstattung.

Gegen 16 Uhr standen wir vor dem Centre Pompidou. Von der vielen Schlepperei mit einem Reiserucksack und zwei immer noch rechts großen „kleineren“ Rucksäcken taten uns (besonders mir) die Füße extrem weh. Also stand die nächste Pause an. Bei gutem Wetter blickten wir auf den großen Platz und beobachteten einen Straßenmusiker. Irgendwann stimmte er zum gefühlt 3 Mal Wonderwall von Oasis an und immer mehr junge Leute sprangen in den Kreis um mitzusingen. Bald waren etwa 20 singende Studenten um den Musiker versammelt. Alle tanzten und hatten sichtlich Spaß.

Kurz bevor wir um 18.30 Uhr die Schlüssel für unsere Airbnb Wohnung bekommen sollten, schafften wir es noch einen Blick auf das Musée du Louvre zu werfen. Wir waren nicht in der Ausstellung und hatten dies auch im gesamten Urlaub nicht vor. Für unser Kunstprogramm stand das Musée d’Orsay auf unserem Plan. Dieses besuchten wir dann am Samstag. Aber natürlich machten wir ein paar Bilder von der Glaspyramide im Innenhof des Louvre und beobachteten die vielen Touristen, die die typische Pose vor der Pyramide machten. Besonders nervig und aufdringlich waren die unzähligen Verkäufer von Selfiesticks, die einen besonders dort alle paar Minuten ansprachen. Nein, wir brauchen keinen Selfiestick und auch keine Schlüsselanhänger mit einem billigen Eiffelturm für 1€! Und erst recht nicht 5 davon für den selben Preis!

Um 18.30 Uhr waren wir dann endlich in der Unterkunft. Trotz der sehr spontanen Buchung am Vortag lief alles problemlos ab. Zum Glück hatte Felix noch ganz gute Schulfranzösisch Kenntnisse und konnte alles mit der Dame, die uns die Schlüssel brachte, regeln. Diese sprach nämlich kein Wort englisch und das obwohl sie wirklich jung erschien. Das ist dann halt doch das Klischee, das sich als Wahrheit entpuppte. Ohne französisch Kenntnisse kommt man selbst in Paris nicht weit. Ich konnte noch ganz gut Sätze verstehen, sobald aber eine Frage kam, konnte ich nicht wirklich antworten. Der Grundkurs lag halt doch schon einige Zeit zurück. Später gingen wir noch etwas essen und schliefen sehr schnell nach diesem ersten aufregenden Tag in Paris ein.