Monthly Recap: Juni 2025

Im Juni trafen Sonnentage auf Cumuluswolken.

Sonne, Regen, Sonne, Regen, Sonne, Regen.

Nicht nur draußen, sondern auch auf meinem Stimmungsbarometer, denn mit einem Entschluss kommen auch Zweifel und auch wenn ich mich auf all das freue, was kommen mag, schwingt immer etwas Angst mit.

Nächtelang wälzte ich mich umher, konnte nicht schlafen, weil Gedanken wie Cumuluswolken quollen. Mal fluffig, mal zerrissen, mal strahlend weiß, mal grau und schwer. Immer in der Hoffnung, dass es Schönwetterwolken bleiben.

Der Grund für all das: Ich starte bald in meine Vanlife- und Full-time Creative Ära und bin gespannt, was sich entwickeln wird. Ich habe große Lust, mehr Zeit zum Reisen und kreativen Arbeiten zu haben. Aber eben auch Respekt davor. Obwohl ich seit zehn Jahren neben meinem Hauptjob immer wieder an eigenen Projekten und Aufträgen gearbeitet habe, sowohl im Design als auch in der Fotografie, war ich nie ganz auf mich allein gestellt und immer irgendwie abgesichert (außer während meiner Weltreise 22/23). Und doch spürte ich schon lange den Wunsch, irgendwann auf eigenen Beinen stehen zu wollen und es einfach mal auszuprobieren. Vielleicht ist jetzt der Moment gekommen. Auch wenn ich mich manchmal frage, ob ich wirklich dafür gemacht bin.

Und sonst? Neben all den Gedanken und Gefühlen gab es auch ein paar schöne Erlebnisse. Im Juni war ich zum zweiten mal in meinem Leben an der Drehscheibe töpfern und wir hatten ein total schönes Teamevent. Außerdem war wieder wed&connect Meetup, bei dem ich unglaublich tolle Gespräche führte. Mit den richtigen Personen und einer tollen Community macht nämlich sogar Netzwerken einfach richtig Spaß und gibt mir manchmal genau diesen Schub an Energie und Selbstbewusstsein, den ich brauche, um zu denken, dass die Meinung anderer absolut egal ist, solange man selbst das macht, woran man glaubt. Nach dem Event lief ich auf Socken nach Hause, weil meine Lieblingsschuhe mir Blasen gaben. Früher hätte ich mich vermutlich gequält und überdacht was fremde Menschen denken könnten, wenn sie mich so sehen würden. Heute finde ich es super, einfach mal zu machen…

Was ich noch mochte: Mit Musik auf den Ohren und Haaren im Gesicht durch Starkregen laufen, fliegende Regenschirme beobachten und einen extra Umweg einbauen, weil ich den Moment so fühlte. Juniregen, ich mag dich.

Und kleine große Überraschungen: Vor einiger Zeit habe ich entdeckt, dass mein Lieblingsbecher aus Neuseeland einen ganz feinen Haarriss hat und seitdem traue ich mich nicht mehr, den zu benutzen, weil ich noch größere Angst habe, dass der kaputt gehen könnte. Letzte Woche hat Felix mich mit einem Paket aus Neuseeland überrascht, das er beim Zoll abholen musste. Dadrin: super schöne neue Becher und eine kleine Vase meiner neuseeländischen Lieblingskünstlerin! Ich habe mich so unglaublich gefreut und noch besser: sie passen nun sogar unter die Kaffeemaschine! Ganz große Liebe geht raus an Felix und die tolle Keramik von Studio Soph. <3


gebaut.

Der Vanausbau ging weiter. Inzwischen haben wir Oberschränke angebracht und unseren Auszug für die Toilette finalisiert. So langsam nimmt alles Form an. Im Juni wurde wieder viel geschafft und viel gefilmt und ich habe ein neues Video auf YouTube veröffentlicht, in dem wir zeigen, wie wir Fenster in unseren Sprinter eingebaut haben.


Inspired by… things

gelesen.

Little Fire Everywhere von Celeste Ng
Tatsächlich fiel es mir am Anfang etwas schwer, in das Buch reinzukommen, konnte es dann aber gar nicht mehr weglegen. Die letzten 180 Seiten las ich an einem Tag. Ein Buch über zwei grundverschiedene Familien, die in einem amerikanischen Vorort leben. Es geht um Erwartungen und Zugehörigkeit, alte Wunden und Ungleichheit. Es brodelt und irgendwann kommt alles ans Licht und setzt Leben in Brand.

The Vegetarian von Han Kang
Ich kann dieses Buch noch nicht genau einordnen. Es ist intensiv, verstörend, gewaltig und großartig geschrieben. Der Stil erinnert an Kafka, bleibt dabei aber völlig eigen. Es ist kein Buch, das man beendet, zuschlägt und glücklich zur Seite legt. Ganz im Gegenteil: es zerrüttet, verwirrt, lässt einen mitfühlen und es hinterlässt Gefühle, die nur schwer greifbar sind.

Die Geschichte handelt von einer Frau, die aufhört, Fleisch zu essen, weil sie verstörende Träume hat. Erzählt wird das Ganze in drei Teilen, jeweils aus der Perspektive ihres Ehemanns, ihres Schwagers und ihrer Schwester. Nie jedoch aus der Sicht der Protagonistin selbst. Sie bleibt komplett stumm, was die Intensität des Buches nochmals verstärkt. Es geht um Unterdrückung und Erwartungen, Kontrolle, (körperliche) Gewalt, den eigenen Körper und um (stillen) Widerstand.

Es ist ein wirklich gutes Buch, das einen vermutlich noch länger mitnimmt. Aber keines, das man liest, um sich besser zu fühlen.


gehört.

"Les Quatre Saisons" de Vivaldi recomposed ARTE Concert von Max Richter

„Das ist so verletzlich, aber gleichzeitig so stark. Für mich stellt es dar, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist. Man kann stark in seiner Verwundbarkeit sein.“

Ana Isabel Casquilho

Max Richter habe ich schon zwei mal live erlebt und liebe seine Musik. Seit
kurzem gibt’s "Vivaldi Recomposed" in voller Länge in der ARTE Mediathek, als ganzes Konzert und als Doku. Obwohl beides schon 12 Jahre alt ist, fühle ich es immer noch sehr und habe mich total gefreut, als ich drüber gestolpert bin. Absolute Empfehlung und ich kann dem Zitat aus der Doku zu 100% zustimmen!


gesehen.

Portrait einer jungen Frau in Flammen von Céline Sciammas

Diesen Film kannte ich schon, habe ihn aber an einem Tag, an dem ich mich nicht so gut fühlte, einfach noch mal gesehen. Wenn ich nicht gut drauf bin, gucke ich gerne Filme, die berühren und dies ist genau so einer. Es geht um Freiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Zwänge von Frauen in einer, von Männern bestimmten Welt. Wenige Worte, große Emotionen und eine der traurigsten Schlussszenen überhaupt. Bis zum 14.07. läuft der Film noch in der ARD Mediathek.


Ebenfalls gesehen: Never Too Small geht immer! Momentan habe ich viele Ideen zur Umgestaltung unseres Esszimmers zu einem Raum für mehr Kreativität. Außerdem würde ich gerne das Schlafzimmer angehen. Never Too Small zeigt immer so schöne kleine Wohnungen, dass ich mit viel zu viel Inspiration im Kopf den Tab schließe, erst mal ein Maßband suche und danach immer vermessend durch die Wohnung laufe.

Irgendwie passt das ganz gut zur Stimmung, denn ich baue nicht nur einen Van aus, sondern auch alles andere um. Schubladen, Gedanken, Pläne. Alles bekommt irgendwann einen Platz, wird umgestellt, ersetzt oder rausgeschmissen, wenn es nicht passt. Also ich hab Bock!


Lena

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Die Freiheit, zu kreieren, was sich gut anfühlt